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Drei Fragen, drei Antworten ...

... mit Markus Simon, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Geschäftsführer VERSEIDAG-INDUTEX GmbH

Welche Chancen geben Sie der heutigen Verhandlungsrunde. Werden Sie sich einigen?

Das liegt nicht an uns. Wir haben der IG Metall vor gut zwei Wochen ein Angebot gemacht, dass trotz der schweren Krise eine Einmalzahlung in diesem Jahr und prozentuale Erhöhungen im nächsten Jahr vorgesehen hätte – plus mehr Altersteilzeit und mehr für Weiterbildung. Das hat die IG Metall abgelehnt und ist für ihre Forderung nach 4 Prozent mehr und zwar in diesem Jahr in Warnstreiks gezogen. Das finde ich angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Lage in unseren Unternehmen eine echte Provokation. In der Krise muss man zusammenhalten, jeder muss seinen Beitrag leisten.  Wir Arbeitgeber haben erst im September vergangenen Jahres, mitten in der Krise, eine Tariferhöhung von 2,3 Prozent gezahlt, die vielen von uns sehr schwergefallen ist. Das darf nicht vergessen werden.

 

Die IG Metall wirft den Arbeitgebern vor, die Lage schlechter zu reden als sie ist?

Wir stützen uns auf die offiziellen Zahlen des statistischen Bundesamtes und schildern damit die Lage so wie sie ist. Und wenn Sie dann sehen, dass wir bei den technischen Textilien schon im vierten Jahr im Minus sind und die Bekleidungshersteller Umsatzrückgänge bis zu 45 Prozent durch die Folgen der Corona-Pandemie haben, können Sie nicht die Augen vor der Realität verschließen. Seit Mitte Dezember haben die Läden zu, Mitte März kauft keiner mehr Winterstiefel oder einen Wintermantel. Seit über einem Jahr fehlen nun schon die Anlässe Bekleidung zu kaufen. Der Handel ordert deshalb auch kaum neue Ware, die Lager sind voll, die Auftragsbücher sind bis weit ins nächste Jahr leer und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nicht viel ändern. 

 

Wie wollen Sie einen Weg aus der verfahrenen Lage finden?

Ich kann nur an die Gewerkschaftsvertreter appellieren, sich ihrer Verantwortung in dieser schwersten Krise unserer Branche seit 70 Jahren bewusst zu werden. Es hilft ja nichts, auch wir würden gerne eine bessere Ausgangslage präsentieren. Aber es wird von Woche zu Woche schlimmer. Die Verlängerung des Lockdowns, die schleppenden Impfungen und die Virus-Mutationen drücken die Stimmung. Der Ifo-Geschäftsklima-Index für unsere Branche hat sich nochmal verschlechtert und eine Konjunkturumfrage unter unseren Unternehmen zeigt: Vor Mitte nächsten Jahres rechnet kaum jemand mit einer Besserung. Vor diesem Hintergrund ist niemanden geholfen, die Tarifrunde immer weiter in die Länge zu ziehen und noch mehr Unsicherheit in diesen unsicheren Zeiten zu erzeugen. Ich werde deshalb zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen mit aller Kraft für einen Abschluss werben, der uns gemeinsam einen Weg aus der Krise weist.

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Foto: © ChrisChristes

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