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Auftakt der Tarifverhandlungen für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie

Mit der traditionellen Wirtschaftsdebatte sind gestern in Darmstadt die Tarifverhandlungen für die rund 100 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie gestartet.

Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen der IG Metall als völlig überzogen und realitätsfern zurück. Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist von den gegenwärtigen globalen Risiken im besonderen Maße betroffen: Die Branche erwirtschaftet rund 44 Prozent ihres Umsatzes im Export. Die Umsätze der Bekleidungs-industrie sind per September bereits um fünf Prozent zurückgegangen. Darüber hinaus setzt den Bekleidungsherstellern die Krise im deutschen Modeeinzelhandel schwer zu. Und auch beim bisherigen Zugpferd der Branche, den technischen Textilien, gibt es bereits in den ersten neun Monaten des Jahres Umsatzeinbußen von 2,9 Prozent.

„Wer vor diesem Hintergrund 5,5 Prozent mehr fordert, zusätzlich mehr Altersteilzeit und dann noch Gespräche über mehr freie Tage führen will, ignoriert entweder die Fakten oder schätzt die Lage in der Branche völlig falsch ein“, erläutert Markus Simon, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite und Geschäftsführer der VERSEIDAG-INDUTEX Krefeld. „In vielen Regionen macht den Unternehmen der Arbeitskräftemangel zu schaffen, viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Weitere Altersteilzeit- und ‚mehr Freizeit statt mehr Geld‘-Modelle sind ein Sprengsatz für die Betriebsabläufe in unseren mittelständischen Unternehmen.“

Die gesamte Branche kämpft zudem mit erheblichen Kosten-steigerungen bei Rohstoffen, Energie, Dienstleistungen und den stetig steigenden deutschen Bürokratiekosten. Durch den internationalen Wettbewerbsdruck können diese nicht über höhere Preise an die Abnehmer weitergegeben werden.

„Wir setzen auf konstruktive Gespräche mit der IG Metall, um am Ende einen Abschluss zu finden, mit dem wir gemeinsam die textile Zukunft sichern. Nach dem heutigen ersten Austausch steht allerdings fest, dass der Weg dorthin diesmal besonders schwierig wird.“, stellt Simon fest.

Die Verhandlungen werden am 16. Januar 2019 in Ulm fortgesetzt.

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