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Arbeitgeber der westdeutschen Textilindustrie warnen vor wirtschaftlichen Folgen eines langen Tarifstreits

Pressemitteilung des Gesamtverbandes textil+mode vom 11.02.2019

Bielefeld. Vor der dritten Tarifrunde für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ruft der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Markus Simon, die IG Metall zu mehr Realitätssinn auf: „Die IG Metall hat die Beschäftigten bei den Warnstreiks in die falsche Richtung geschickt. Alle wirtschaftlichen Kennzahlen weisen zurzeit nach unten, besonders für unsere Industrie. Dennoch wird die IG Metall nicht müde, die Lage besser zu reden als sie ist und weiter 5,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt zu fordern. Für diese Tarifforderung, die inzwischen ein halbes Jahr alt ist, gibt es keine realistische Grundlage“, so Simon, Geschäftsführer von Verseidag in Krefeld.

Im vergangenen halben Jahr sind die Konjunkturaussichten weltweit und auch für Deutschland mehrfach nach unten korrigiert worden. Für Deutschland hat die Bundesregierung die Prognose für das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr auf ein Prozent fast halbiert. Die zumeist mittelständischen deutschen Textil- und Bekleidungs-unternehmen bekommen das abgebremste Wachstum inzwischen voll zu spüren. Umsätze und Aufträge gehen zurück.  

Die weltweite Konjunkturabkühlung, ungelöste Handelskonflikte, das Chaos um den Brexit sowie hohe Energie- und Rohstoffkosten belasten die Branche. Unter besonderem Wettbewerbsdruck steht die deutsche Bekleidungsindustrie.

Markus Simon: „Jeder weitere Warnstreik belastet unsere Unternehmen zusätzlich. Auch wir wollen einen Abschluss, der die Leistungen unserer Mitarbeiter anerkennt, deshalb haben wir in der letzten Runde mit 3,4 Prozent mehr Einkommen ein verantwortbares Angebot vorgelegt. Wir werden alles in unserer Kraft stehende unternehmen, um bei unseren Gesprächen in Bielefeld einen Abschluss zu verhandeln, der unsere gemeinsame textile Zukunft in Deutschland sichert und die Beschäftigung nicht gefährdet. Wir dürfen unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht leichtfertig aufs Spiel setzen“, so Simon. Dafür habe die deutsche Textilindustrie in den vergangenen Jahrzehnten zu hart an ihrer Transformation zu einem Hightech-Standort mit innovativen Produkten und Verfahren gearbeitet. Bei technischen Textilien ist die deutsche Industrie Weltmarktführer. Insgesamt erwirtschaftet die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie über 40 Prozent im Export.

Das Video-Statement von Herrn Simon kann hier nochmals abgerufen werden.

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Foto: © iStock

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